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Die Lee(h)re nach der Premiere

Dr. Sergej Ascheiwoam analysiert die Premiere vom 08.04.2005
Übersetzung vom Russischen ins Deutsche

 

Kalinka, liebe Freunde und Kollegen!

Nach wochenlangem Videostudium erlaube ich mir zum Elementarereignis „Im Jenseits ist der Bär los“ vom 08.04.2005 wie folgt Stellung zu nehmen:

Mein zu Explorierender (= Untersuchender) teilte mir mit, dass er sich im Pfarrsaal Lanzenkirchen befand. Ca. 200 Gleichgesinnte saßen auf den Sesseln, bewegten sich nur kaum – außer wenn sie heftig mit den Händen zusammenschlugen = klatschten. Nur einmal verließen sie während der mehr als 2 Stunden dauernden Sitzung den Ort des Geschehens, um sich mit Dingen wie Speck- und Käseweckerln zu versorgen und es sich mit Getränken aller Art zu besorgen.

Auf der Erhebung im Saal = Bühne taumelten drei Typen, die es näher zu beschreiben gilt. Der eine, eingehüllt in blauem Licht nannte sich Pez, Pezi und fühlte sich als Mediator. Der andere mit Rotlicht und Griller gab sich den Namen Luzi oder Luci und war für das Grillgut verantwortlich. Der dritte hieß Johnny Bonebreaker und klopfte auf ein mehr als 1,5 Meter langes Ding. Ungeheuerliche Töne waren die Folge.


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Die drei hatten aber noch nicht genug Personen um sich und offensichtlich keine Platzangst. Sie warteten noch auf weitere Kollegen, die quasi den Jordan überschritten haben.

Den Beginn machten ein Skol-trinkender Jäger und ein naturverliebter Mountain Biker. Alles lief wie ein Film vor den Personen ab. Der Jäger ließ sich durch seine Nase und sein Gehör massiv täuschen. Er verwechselte den Radler mit keinem Getränk, aber mit einem wilden, herrenlosen Tier, dem er mit seiner Büchse das Lichtlein auslöschte. Mit Badeschlapfen bekleidet konnte er nicht länger standhaft bleiben und stürzte vom Hochstand in die Tiefe. Sein Hund Floggy stellte den Exitus fest. Selbst danach stritten die beiden und konnten die Meinungsverschiedenheiten nur mit der Stimme von oben beenden. Nie wieder sangen die beiden voller Reue.


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Der Alkohol spielte auch in der Folge eine nicht unwesentliche Rolle. Schnupfi und Smokey waren in Trance am Hochschneeberg und inhalierten zahlreiche fliegende Hirschen (in der Fachsprache: flying hirsches). Vollgepumpt mit diesen Drogen flogen sie mit ihrem Aixam Minivan die „brate Ries“ hinunter. Ihr Motto „Fly in ce sky with ce Hirsches and a Gweih” wird gerade von mehreren Probanden auf diversen Festen getestet.


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Nach dem 30 Minuten dauernden Austritt aller sangen die Menschen dann zahlreiche Songs mit unterschiedlichen Texten und Melodien (Grasser aus Stein, Steif is steif, Nehmt’s mir mei Handy weg), um wieder „woam“ zu werden. Beim letzten Lied (Hände zum Himmel) ging es dann endlich ziemlich heiß her.


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Plötzlich kamen schon wieder zwei neue Typen. Flüchtlinge, die ins Bundesgebiet kamen und von niemand geringerem als unserem Bundeskanzler die Aufgabe erhielten, das Kraftwerk Bohunice abzumontieren. In einem Film konnte sich jeder von der Verwirklichung dieses Vorhabens überzeugen. „Was sein mit unserem Lohn?“, fragte der tschechische Schinese. Wolferl S. konnte diesmal ohne sein Verschulden sein Versprechen nicht einhalten. Die Folge war, dass die beiden Flüchtlinge beschlossen, nie mehr zu flüchten.


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Zwei Adelige sah mein zu Explorierender schließlich auch noch. Der eine redete permanent vom Essen, der andere hatte nicht zu verwirklichende sexuelle Wahnvorstellungen. Nach einem längerem Diskurs konnten sie aber zu keinem Ergebnis kommen und beendeten sich wechselseitig ihr Dasein im Altersheim mit dem bezeichnenden Namen „Zur Himmelfahrt“.

 

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Rauch erfüllte den Raum. Mein zu Explorierender wurde von meinem Assistenten aus diesem Traum geweckt. Selbst die Darmspiegelung und das Hirndurchblasing half nichts. Er glaubte noch immer an die Realität seines Traumes. Es werden noch viele Sitzungen erforderlich sein, um ihm zu zeigen, dass es so sicher nicht im Jenseits zugeht, respektive abgeht.


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Das jedem Besucher übergebene Teelicht möge entzündet werden. Die Meditation des Spruches „Solangs noch lebts, do mochts wos g’scheits“ kann die Lösung vieler Probleme mit sich bringen. Hoffentlich erlischt dieses Licht nicht.


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Für mich als Woamologen beginnt erst jetzt die eigentliche Arbeit: Aufklärung, Diskussion, aber auch Schweigen beim Betrachten der zahlreichen Fotos. Wie wird es weitergehen? Ist es die Lee(h)re oder gar die Misere nach der Premiere?

In meinem Diskussionsforum möge man sich entlee(h)ren. Ein Therapievorschlag meinerseits vorweg: Inhalieren Sie das Nockalm Quintett mit dem urheißen Programm: „Prinz Rosenherz“. Die Heilung ist garantiert.

 

Mit wissenschaftlichen Grüßen

Dr. Sergej Ascheiwoam